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BeitragVerfasst: 27.12.2017, 18:00 
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Neuling
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Moin zusammen,

vllt. ein wenig unkonventionell aber ich schreibe mal einen halben Roman mit ein wenig drumherum. Der Mann der Freundin meines Papas ist vor einiger Zeit leider verstorben und hat wohl zeit seines Lebens wert auf hochwertige Dinge gelegt. Darunter war scheinbar eine Quatrophonia Anlage von Braun. Diese wurde leider für viel zu wenig verkauft da keiner aufm Schirm hatte was son Teil für einen Wert haben kann. Lediglich der Plattenspieler wurde einbehalten da ich bis Dato keinen Besessen habe und mein Vater + Perle das wussten. Er stand jetzt ca. 6 Monate bei mir unangerührt rum. Ich selbst dachte bislang es ist einfach ein guter Plattenspieler bin beim googeln allerdings vorhin auf Hinweise gestoßen, dass ein Sammler mehr Freude daran hat als nen Anfang 30 jähriger Erzieher mit 5 Platten.

Habe ihn bislang nicht ausprobiert und möchte hier zunächst erfragen ob man mir durch Bilder bei der Einschätzung behilflich sein könnte......Originalteile, ob sich ein Verkauf lohnt, wenn wer und und und. Habe um ehrlich zu sein überhaupt keinen Plan von der Materie und würde mich über Hilfe freuen!

Danke und Lieben Gruß :)

Bei Fragen: fragen!!!!! Bin ein Fachidiot!


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BeitragVerfasst: 27.12.2017, 19:06 
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hallo

zu einem PSQ 500 gehört ein CD4 Demodulator und ein MM-System mit shibata nadel.

erst in dieser kombination ist es etwas besonderes. PSQ 500 wurden von braun auch ohne die erforderlichen für quadrofonische wiedergabe teile verkauft.

zur info
viewtopic.php?f=21&t=8157
viewtopic.php?f=21&t=8155

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BeitragVerfasst: 27.12.2017, 19:09 
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Neuling
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Spitze, weiß ich wenigstens schonmal nen bisl was ;) besten dank :)


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BeitragVerfasst: 27.12.2017, 20:24 
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Neuling
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Also, es handelt sich um einen PS 500! der Werkskleber ist zwar weg, aber dennoch kann man das meiste aufgrund von Kleberrückständen erkennen. Bei dem Tonabnehmer handelt es sich um ein AT VM 35 F. Sagt mir alles nix :D

kanns noch immer nicht einschätzen ob er die 200 euro grenze überschreitet, in dem fall würde ich ihn veräußern wollen. wenns für alle hier tutti ist poste ich demnächst bilder....wäre dankbar wenn mal jemand ne ferndiagnose wagt :)

schönen abend noch!


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BeitragVerfasst: 28.12.2017, 01:47 
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ich habe mir vor einigen Jahren eine komplette Quadroanlage zusammengesucht. Beim Plattenspieler war ich auch etwas ratlos. Nach allem, was ich in vielen Monaten rausgefunden habe, sind PS500 und PSQ500 vom "Gestell" identisch, inkl. der Tonarmverkabelung. Unterscheiden tun sie sich in zwei Dingen - dem Anschlusskabel zum Verstärker und dem werksmässig verbauten Tonabnehmer. Sowohl Kabel als auch Abtaster lassen sich aber tauschen, ohne am Laufwerk etwas zerlegen oder umlöten zu müssen, und weil Quadro insgesamt ein Rohrkrepierer war, wurden scheinbar PSQ500 in Stereoausführung ebenso verkauft wie PS500 in Quadroausführung. Es gab wohl auch PSQs, die mit zwei Anschlusskabeln ausgeliefert wurden und wahlweise als Stereogerät mit DIN Stecker oder als Quadrogerät mit Cinch Steckern benutzt werden konnten.

Laut Prospekt wurden die PS500 mit dem Shure M75 ausgeliefert und die PSQ500 mit einem JVC 4MD20X. Es gab aber definitiv welche, die ab Werk mit Deinem AT VM 35 F bestückt waren, und wenn man das JVC- und das AT-System nebeneinanderlegt, sieht es stark nach einer Baugleichheit aus. CD4 Quadrosysteme mit Shibatanadel sind beide.

Ich habe seinerzeit auch am Ende nach Zustand gekauft, und einen normalen PS500 genommen. Vielleicht haben das die Leute damals auch schon gemacht, oder Braun hat es selber nicht so genau genommen.

Vom Wert her ist es Quatsch, dass der Plattenspieler nur zusammen mit dem originalen CD4 Demodulator einen Wert hat. Entscheidend sind der Abtaster und der Zustand des Gerätes. Die Preise reichen von 50 Euro für Schlachtgeräte bis etwa 500 Euro für professionell aufbereitete Top Exemplare. Auch das komplette Quadrostudio 1020 ist zwar sehr selten aber auch sehr speziell - unter den Braun Geräten gehört es zu den billigeren Sammlerstücken. Ein Tipp noch - wenn die Nadel noch gut ist, kann man das System alleine für 150 Euro verkaufen, es kann sich also lohnen, den PS mit einem Shure M75 zurückzurüsten und beides getrennt zu verkaufen.

Gruss Frank

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BeitragVerfasst: 28.12.2017, 15:49 
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hallo frank,

etwas besonderes ist es wenn beider gerät zusammen angeboten werden, über den preis oder wert wurde dabei nicht gesprochen.
in den letzten jahren wurden einige PSQ 500 über eb.. und andere angeboten, in der kombination beider geräte zusammen ist es eher sehr selten.

ein PSQ 500 wird wohl die € 200 überschreiten, (da mancher PS 500 bereits um € 200 verkauft wurde, gesichert ist dies dennoch nicht) sofern das system ok ist. leider ist das AT VM 35 F nicht so gesucht wie das JVC 4MD-20X oder AT 20SLa aber für Quadro durchaus ok. habe für meine 1020 anlage auch eines für den PSQ 500.

das JVC 4MD-20X oder AT 20SLa werden zumeist ohne PSQ um über € 200 gehandelt. vor 5 jahren sind diese noch unter € 100 erwerbbar gewesen.

der CD4 demodulator ist seltener.

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BeitragVerfasst: 28.12.2017, 18:03 
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natürlich hast Du Recht, dass das Gerät zusammen mit dem CD4 attraktiver ist.

Was aber auch in dieser Diskussion nicht klar herauskommt, ist, wieso die Firma Braun den Plattenspieler unter zwei Modellbezeichnungen verkauft hat. Bei Dual gab es in der Zeit auch Quadro, und der Dual CD4-Demodulator ist sogar vom Innenleben fast baugleich mit dem Braun Gerät ( JVC-Technik ). Ein Dual Plattenspieler 1229 oder 701 hieß aber 1229 bzw. 701, ob er nun eine Quadro-Ausstattung hatte oder nicht. Es gab nur einen einzigen speziellen Quadro-Dual für den amerikanischen Markt, den 1229Q, der unterschied sich aber auch ganz wesentlich vom normalen 1229, u.a. hatte er einen anderen Tonarm.

Wenn man als Sammler keine Braun Quadro-Anlage bekommt, die vom Erstbesitzer nachweislich komplett gekauft wurde, gibt es keine echten Anhaltspunkte, ob der Plattenspieler mal ein PSQ500 war oder nicht. Ich bin insgesamt fast 1000km gefahren, um mir PSQs anzusehen, die sich in nichts vom einfachen PS500 unterschieden haben, ausser beim Typenschild, bei denen man aber auch nicht den Eindruck hatte, dass sie von einem Vorbesitzer zurückgerüstet worden waren. Ich habe Laufwerke gesehen, die nach Typenschild PS500 hiessen, aber die volle Quadroausstattung hatten, und jede Menge PS500, die irgendeinen Stereoabtaster drin hatten, aber mit dem Quadro-Cinch-Kabel bestückt waren. So einen habe ich am Ende gekauft, und eine zweite Headshell dazu, die ich mit einem 4MD20x bestückt habe - funktioniert einwandfrei, was beweist, dass nicht mal die Tonarmverkabelung unterschiedlich war.

Ich denke, dass Quadro bei den deutschen Herstellern nie über einen besseren Prototypenstatus hinausgekommen ist, und dass vieles, was sich unter Quadro nicht mehr verkaufen ließ, später als stereo vermarktet wurde. Dass das Thema Quadro bei kaum jemandem auf dem Schirm steht, erkennt man bis heute daran, dass die ganzen Ersatznadelverkäufer sphärische und ellyptische Nadeln als voll kompatibel für die Quadroabtaster anbieten.

Gruß Frank

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BeitragVerfasst: 29.12.2017, 11:57 
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Hallo Frank!

OT ein:

Zitat:"dass Quadro bei den deutschen Herstellern nie über einen besseren Prototypenstatus hinausgekommen ist,..."

ELAC hatte damals mehrere Quadro-Geräte im Programm.
Ich selbst hatte das Pultgerät 5000T im Einsatz. Später ist
es aus Platzgründen bei einem Freund in seinem kleinen
Privatmuseum gelandet (noch heute dort).

OTaus

Gruß
Wollfgang


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BeitragVerfasst: 29.12.2017, 12:13 
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hallo frank,

ich hab in der gallerie alle drei varianten des PS(Q) 500 beschreibenden, der PSQ 500 ist ausserlich nur am typenschild und am cinch-kabel erkennbar. da die PSQ 500 auch mit dem din-kabel ausgeliefert wurden, ist es durchaus möglich das ein PSQ 500 auch mit din-kabel verwendet wurde. (das 2 kabel lag der verpackung des PSQ 500 bei) der unterschied im inneren ist eine steckverbindung bei dem wahlweise ein din-, oder cinch-kabel eingesteckt werden konnte. diese steckverbindung ist in den beiden varianten des PS 500 nicht vorhanden.

als tonabnehmer wurden JVC 4MD-20X, AT 20SLa oder AT VM 35F ausgeliefert.

für die quadrowiedergabe in CD4 wurde der demodulater benötigt. dieser wurde jedoch in geringerer stückzahl hergestellt.

das aus meiner sicht seltenste gerät ist bei der quadro-anlage jedoch das tonbandgerät. in den letzten 5 jahren ist mir keines in einer auktion aufgefallen. habe 2 vollständige quadro-anlagen 1020 von braun bei denen ich jeweils einen einbausatz in ein TG nachrüsten musste. dies wurde von braun auch 1973 so gemacht. die beiden anlagen 1020 wurden von den erstbesitzern von denen ich diese erworben habe ohne tonbandgerät betrieben.

beide verkäufer sagten mir, dass sie kein tonbandgerät wollten bei dem nur bespielte tonbänder verwendet werden konnten.

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BeitragVerfasst: 29.12.2017, 12:22 
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Hallo,

Bleibt der Vollständigkeit halber noch zu erwähnen, dass auch ohne den CD4 Demodulator Quadrophonie mit dem PSQ gehört werden konnte, aber nur SQ Quadro. Der dafür benötigte Demodulator ist im CSQ eingebaut.

Gruß

Hans-Peter

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BeitragVerfasst: 29.12.2017, 12:48 
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ja, natürlich gab es mehrere "echte" Quadrogeräte aus deutscher Produktion, und zahllose Stereogeräte, die irgendwelche Quadro-Effektschaltungen als Gadget eingebaut hatten. Wenn man sich aber ansieht, was es aus Japan und den USA gegeben hat, sieht man schnell, dass die deutschen Hersteller nie wirklich auf den Zug aufgesprungen sind - und das zu Recht, wie man in Japan/USA schnell sehen konnte.

Dein ELAC Receiver ist eigentlich das beste Beispiel dafür - er wurde von Körting fremdgefertigt, es gab ihn auch als Siemens 4-Kanal-Studiomeister, er hatte keine vier gleichen Eindstufen, wie es für Quadro eigentlich nötig war, sondern nur kleine Hilfs-Endstufen für hinten, wie es damals aus Kostengründen oft gemacht wurde. Eingebaut war ein SQ-Decoder, ein Quadroverfahren, das sich technisch einfach und stereokompatibel realisieren ließ, was aber vom Effekt nicht wesentlich besser war, als die Trickschaltungen, die Stereomaterial etwas räumlicher machten. Ein Platz für ein CD4-Modul war immerhin vorgesehen, meines Wissens gab es das aber nie zu kaufen.

Während man in Japan in den wenigen Quadrojahren intensiv an Verfahren und Decodern entwickelte, und eigentlich jeder große Vierkanal Receiver auch Decoder für echte Quadro-Verfahren eingebaut hatte, gab es in Deutschland nur Kisten wie den CD4 von Braun, die im Wesentlichen alle aus der gleichen JVC-Platine bestanden.

Vollwertige vierkanalige Magnetbandgeräte gab es im Consumer-Segment überhaupt keine aus deutscher Produktion, mir sind nur ein paar Revox A77 bekannt, die händisch umgerüstet wurden. Für das Braun TG1000 gab es einen Nachrüstsatz, der aber nur das Abspielen quadrofoner Bänder erlaubte. Wahrscheinlich wurde er für den US-Markt entwickelt, weil man da fertig bespielte Quadro-Bänder kaufen konnte, in Deutschland hätte man sich ein japanisches Vierkanal Tonbandgerät danebenstellen müssen, um sich überhaupt Bänder für das TG1000 anfertigen zu können.

Während in den USA die 8-Spur-Cassette aufkam, die schon für Quadro-Bedürfnisse entwickelt wurde, quälte man sich bei Philips mit dem Dogma der vollen Kompatibilität herum. Ein Vierkanal Cassettendeck wäre kein Problem gewesen, wenn man in Kauf genommen hätte, dass die Cassette dann nur in eine Richtung bespielbar gewesen wäre. Philips wollte aber volle Stereokompatibilität, und die dafür nötigen acht Spuren waren mit Compact Cassetten in HiFi damals nicht machbar. Ein schönes Beispiel, wie weit das Ganze schon gediehen war, ist das Dual Tapedeck C901. Das C901-Chassis besitzt schon Aussparungen für zwei weitere VU-Meter und weitere Schieberegler, es ist aber wohl kein serienreifer Prototyp entstanden, und Unterlagen von dem Projekt existieren auch nicht mehr.

Mir ist auch nicht bekannt, dass es CD4-Schallplatten so im Laden zu kaufen gegeben hätte, dass sie einem Kunden wirklich aufgefallen wären. Das einzige, was es in größerer Menge gab, waren SQ-Schallplatten, und Pressungen, wo gar nichts über das verwendete System draufstand, sondern nur Begriffe wie "Quadrosound". Gemerkt hat es eh niemand, denn der Klangunterschied zwischen einer SQ-Platte und einer mit "Quadroeffekt" abgespielten Stereoplatte ist kaum wahrnehmbar. Die für CD4 entwickelten Verfahren zur Erweiterung des Frequenzbereiches der Schallplatte sind dann später bei High End Schallplatten noch zu einen gewissen Ruhm gekommen - Techniken wie Half Speed Dubbing und Nadelschliffe wie Shibata oder Van den Hul sind seinerzeit nicht für Goldohren erfunden worden, sondern, um die hohen Frequenzen für CD4 auf die Platte zu bekommen und sie hinterher wieder abtasten zu können.

Für Quadro war damals einerseits die Zeit noch nicht reif, und andererseits war es ein frühes Beispiel dafür, was passiert, wenn sich die Industrie nicht zeitnah auf eine gemeinsame Technologie einigt.

Gruß Frank

@Hans-Peter: SQ-Quadro konnte man mit jedem Stereo-Plattenspieler hören, auch mit einem "einfachen" PS500. Diese Stereokompatibilität war der Grund, weshalb sich SQ noch am längsten halten konnte - man tat ja keinem Stereohörer weh, wenn man ihn zwang, SQ-Platten zu kaufen. Das Problem war wie schon weiter oben beschrieben der quasi nicht vorhandene Effekt.

@cnorholz: Danke für die Ausführungen. Was mich dann aber wundert - ich habe lt. Typenschild einen PS500, der definitiv einen Steckverbinder im Inneren hat, und auch mit dem Braun Cinch-Kabel bestückt ist. Andererseits habe ich wie oben bereits geschrieben ganz am Anfang meiner Suche einen Plattenspieler zu sehen bekommen, der ein Typenschild PSQ500 trug, aber mit einem Shure M75 und dem DIN-Kabel bestückt war, nach dem Steckverbinder habe ich damals nicht geschaut, es sah mir aber nicht so aus, als ob der Plattenspieler erst nachträglich auf stereo umgebaut worden war. Zum Tonbandgerät - war es denn nicht so, dass Braun nur die Nachrüstsätze verkauft hat, und die Geräte dann beim Händler umgebaut wurden ? Gab es TG1000, die ab Werk schon mit dem Nachrüstsatz bestückt waren ?

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BeitragVerfasst: 29.12.2017, 13:29 
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hallo frank,

auch die japaner und amerikaner hatten in ihren geräten oft einen einen platz für einschübe für quadro. da die systeme oft erst durch den kunden bestimmt wurden. ob SQ, QS, CD4 oder andere systeme bestimmte oft erst der kunde beim kauf. daneben wurden monster-receiver mit vollausstattung hergestellt. neben den braun geräten habe ich Marantz, Technics und JVC quadro-anlagenteile. bei allen herstellern wurden neben den komplet-anlagen auch nachrüstteile angeboten.

als beispiel Technics SA-5600X, SA-8000X oder SA-8500X als receiver mit SQ und/oder CD4, ebenso wurden demodulatoren wie der SH-400 angeboten.
dieser demodulator wurde auch für Strain Gauge Tonabnehmer erforderlich, wie der Technics EPC 450C-II/460-II.

alles entwicklungen die als analogtechnik eine präzision der feinmechanik erforderlich machten, die mit damaligen mittel einfach sensationell wahren.

aber wie frank bereits berichtete der zeit voraus oder für die kunden zu früh hergestellt wurden und durch die viel fallt der systeme dem damaligen kunden oft nicht erstrebenswert wahren. ist es nicht heute auch noch oft so?

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BeitragVerfasst: 29.12.2017, 13:49 
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da hast Du mich falsch verstanden - klar hatten die Japaner und Amerikaner Einschübe für Quadro-Module, die Deutschen hatten sowas nicht. Bei den Deutschen war in den "richtigen" Quadrogeräten SQ immer fest eingebaut, und für CD4 gab es die JVC-Standardplatine im Markengehäuse, alle exotischeren Systeme haben bei den deutschen Herstellern ebensowenig stattgefunden wie diskrete Vierkanal Magnetbandtechnik. Bei dem weiter oben beschriebenen ELAC Receiver war ein Platz für einen Einschub vorgesehen, den es aber nie gegeben hat.

Ein weiterer Unterschied - während besonders die Japaner Decoder für alle gängigen Verfahren weiterentwickelten, und teilweise richtig gute Ergebnisse erzielten, blieben die Deutschen bei SQ und CD4 bis zum Ende auf einfachster aus Fernost zugekaufter Standard-Technik hängen. Ich denke, bei Quadro haben es die Japaner der Welt erstmals gezeigt, dass sie sowohl den Amerikanern als auch den Europäern deutlch überlegen waren, und es verwundert mich bis heute, wie gelassen das damals aus der alten Welt hingenommen wurde. Zwischen den ganzen deutschen Geräten habe ich einen Kenwood Quadro-Receiver mit eingebautem CD4 Einschub, abgesehen von der etwas chaotischen Detailverarbeitung wirkt der Kenwood gegenüber den Brauns und Duals wie ein Gerät aus einem anderen Universum. Wären die deutschen Hersteller nur ein klein wenig weniger betriebsblind gewesen, hätten sie sehen können, was da für ein Orkan auf sie zurollt, und sich wappnen können. Das hinterlässt vor allem deshalb so einen schalen Nachgeschmack, weil es heute bei der Autoindustrie wieder ganz genauso läuft. Niemand denkt darüber nach, dass auch die deutschen Radio- und Fernsehhersteller ihre besten Gewinne in den letzten Jahren vor dem senkrechten Absturz gemacht haben. Aber das ist ein anderes Thema.

Gruß Frank

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BeitragVerfasst: 30.12.2017, 10:54 
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hallo frank,

natürlich hast du recht, ich sammle auch berichte/zeitschriften/bücher über zukunftsforschung. manches davon kommt in irgend einer form früher oder später, aber es vergehen oft generationen bis sie zum einsatz kommen und auch anwendung finden. meist aber in anderer form als das die zukunftsforscher geglaubt hatten.

beispiele bildtellefon schau zurück und keiner der berichte hatte ein händi mit bildtelefon am radar. das autonome fahren wurde bereits für die 1970 angedacht, selbst heute ist es noch immer nicht leicht die technik zu bewerkstelligen und es bedarf einer rechnerleistung die unvorstellbar wahr.

aber zurück zur quadro.

für mich sind die geräte einfach deshalb sammler-würdig, weil es eine analoge spitzentechnik wahr, die erst durch die nachfolger in digitaler form am markt ankamen. zu diesem zeitpunkt ist die technik der 1960 bis 1990 fast nicht mehr in anwendung (platte, kassette, band) und wie die dinos fast ausgestorben. erst durch das fernsehen und die damit verbundene raumklangtechnik 2.1, 5.1, 7.1, 7.3 usw. und erst in digitaler form mit wlan wurden diese für den durchschnittlichen kunden anwendbar.

die verkabelung einer 5.1 oder 7.1 für einen raum von 4x6 bedurfte mehr als 100m kabel. wo verlegen wenn dies nicht eingeplant wahr.

also erst das zusammenkommen von verschiedensten techniken zeitgleich und in einfachster form ermöglichen einen durchsatz im markt beim endverbraucher und dabei ist es nicht immer das beste was sich durchsetzt.

aber wie alles im leben entwickelt es sich eben weiter und wird eine spitzentechnik nicht immer am markt angenommen sondern nur die einfachste form davon.

aber auch eine entwicklung aus dem letzten jahr zeigt wie schnell sich etwas in neuer kombination durchsetzen kann.
ich spreche die amazon alexa an. die enthaltene sprachsteuerung ist nichts neues, hatte sowas am pc bereits vor 20 jahren aber die einbindung einfacher steuerungssysteme führte in meinem bekanntenkreis zu einer richtigen epidemie von freunden und bekannten die es im heurigen jahr angeschafft haben.

auch ich erkenne die einschränkungen der bürgerlichen recht und die macht der großkonzerne. oft werden dadurch entwicklungen behindert. aber dieses gerät ermöglicht auf einfache form eine objektsteuerung individuell herzustellen, das ding hat 2017 einen neuen heip ausgelöst völlig anders als die wissenschaft der zukunftsforscher dies dargestellt hatten.

daher wahr die analoge quadro-technik aus meiner sicht nur der beginn einer entwicklung die bis heute nicht wirklich abgeschlossen ist, aber auch in einer menge relativ einfacher form anwendung findert.

der beginn einer entwicklung ist oft nicht dem zeitgeist entsprechend und nur wenige wenden diese am anfang an, aber manches wird daraus zu einem erfolg. siehe startab´s bei denen 90% in der versenkung verschwinden. in der technik verwenden wir den begriff des recyclings für ältere anwendungen die in neueren techniken erneut verwendet werden.

dieser beitrag ist einer den ich eigentlich nur frank senden wollte, aber dann habe ich in hier doch eingestellt weil er zeigen soll, technik entwickelt sich, aber ob es eine marktgerechte anwendungsform erhält ist meist eine andere sache.

ein gutes neues jahr 2018 wünscht euch

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