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BeitragVerfasst: 01.11.2014, 13:05 
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Braun-Kenner
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Hallo zusammen,
ich bin der Glückliche, der die Studio 2, die kürzlich in Ebay-Kleinanzeigen angeboten wurde gekauft hat. Diejenigen, die die Kleinanzeige gesehen haben, haben vielleicht auch registriert, das daran noch einiges zu machen ist. Den CE 12 habe ich schon getestet, da ist nur noch einiges an den Äusserlichkeiten zu machen. Hier soll es jetzt um den CS 11 gehen, genauer gesagt, um den Plattenspieler. Hier mal ein Bild vom Ausgangszustand:




Bild


Der Tonarm ist zerbrochen und ein Teil der Bruchstücke fehlt. Hier als nächstes Bild der so weit wie möglich zusammengesetzte Arm:


Bild


Man sieht die beiden fehlenden Stücke in den Seitenteilen. Da beide Teile einfache gerade Flächen sind, wird man die Stücke mit überschaubarem Aufwand ersetzen können (wenn es fertig ist, stelle ich ein Cild ein). Unklar ist mir aber wo die Feder für die Tonarmauflagekraft eingehängt war und wie diese aussieht. Das Gegenstück, also das Tonarmlager mit der Verschraubung für den Arm, hat eine Einhängeöse für eine solche Feder:


Bild

Zumindestens vermute ich, dass die Öse dafür gedacht ist und ich habe auch irgendwo gelesen, das die Federvorspannung sogar einstellbar war.
Hier hätte ich die Bitte, das jemand, der ein CS 11 besitzt, mal ein Foto (oder mehrere wenn nötig) von der Unterseite des Arms macht, damit ich den Zustand vielleicht rekonstruieren kann.

Eine zweite Frage betrifft die Plattentellermatte. Wie man auf dem ersten Bild sieht, ist sie total aufgelöst und verschrumpelt. Wegen der Eintiefung in der Mitte passt dort eigentlich auch keine Matte von einem anderen Gerät. Daher überlege ich, die Matte aus Silikon nachzufertigen. Auch hier bin ich daher auf der Suche nach Fotos von einer original erhaltenen Matte und ggfs einigen Maßen. Die Farbe scheint ein mittleres Grau gewesen zu sein, heller als die Kunststoffknöpfe und dunkler als die Lackierung des Korpus.

Herzliche Grüße
Gerhard


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BeitragVerfasst: 01.11.2014, 15:37 
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Braun-Kenner
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Tach Gerhard,
erst Mal Glückwunsch zu Deiner Neuerwerbung, da haste Dir was angetan!
Zum Tonarm kann ich Dir noch nicht helfen, aber ich kann vielleicht von einem studio 2 Detailaufnahmen organisieren.
Zur Tellermatte: Du wirst es nicht glauben, das verschrumpelte Ding ist original verschrumpelt und gut mit dem Teller verklebt!
Originalfarbton: Ein nicht identifizierbares beige, hellgrau oder so, ist eigentlich keine Farbe ....
Manche ersetzen dieses verklebte Teil dann durch eine von einem vom PS 410 / 420, schaut dann besser aus, ist aber nicht original.
Du kriegst das sicher hin, Deine Restaurationen waren ja bisher immer Spitzenleistungen,
Gruss Carlos

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-----Jugend forscht -----


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BeitragVerfasst: 22.11.2014, 21:29 
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Braun-Kenner
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Hallo zusammen,
nachdem mir Ede dankenswerterweise nicht nur Fotos, sondern auch leihweise gleich einen ganzen Tonarm zur Verfügung gestellt hat, kann ich jetzt über erste Fortschritte berichten.

Hier die beiden Arme im Vergleich:


Bild


Ich hatte einen Streifen Alublech mit Tesafilm abgeklebt und dann mit Klammern von aussen auf den Bereich mit dem ausgebrochenen Stück fixiert. Als Kunststoff verwende ich Epoxidharz, welches ich mit entsprechenden Farbpasten eingefärbt habe. Zuerst habe ich eine dünne Schicht auf das mit Tesa abgedeckte Alublech im Bereich der Fehlstelle aufgetragen und aushärten lassen. Im zweiten Anlauf habe ich dann eine dickere, mit Glasfasergewebe verstärkte Schicht aufgetragen und wieder Aushärten lassen. Nach Aushärten konnte ich das Alublech vorsichtig ablösen, da das Tesa ein Haften des Epoxidharzes verhindert. Dabei zeigte es sich als vorteilhaft, dass das eingefärbte Epoxidharz ein Stück in den Spalt zwischen Blech und Originaltonarm eingezogen war, da dadurch der Übergang von alt zu neu besser verdeckt wird. Nach unten stand die neu erstellte Wand erst etwas über und war ausgefranst. Mit der Feile wurde der Überstand auf die richtige Höhe abgetragen. Mit Ede's Tonarm als Vorlage wurde dann die beiden Aussparungen für die Tonarmachse mit der Schlüsselfeile eingefeilt. Nur beim Anmischen des genauen Grautons des Tonarms war ich zu ungeduldig - der Farbton ist ein klein wenig zu blaustichig und geringfügig dunkler als das Original.

Hier noch zwei Bilder der beiden Seiten:


Bild

Bild


Der noch leicht sichtbare Riss auf der Oberseite ist die ursprüngliche Bruchstelle, die ich nicht ganz unsichtbar kleben konnte. Auf dem oberen Bild kann man durch den leichten Unterschied im Grauton gut den vorher fehlenden Bereich erkennen, auf dem unteren Bild ist der Übergang kaum zu sehen (diese Seite ist aus irgendeinem Grunde besser geworden). Damit ist der Tonarm an sich wieder vollständig.

Aber bei meinem Arm fehlt noch die Feder, die den Anpressdruck der Nadel einstellbar macht. Hier hilft mir natürlich besonders das von Ede als Vorlage zur Verfügung gestellte Teil. Eine passende Rändelmutter habe ich schon besorgt, und für die Herstellung einer Feder hatte Ede auch einen guten Tip parat. Sobald ich da weiter bin, werde ich wieder berichten.

An der Headshell war auch ein kleines Stück ausgebrochen. Nach der oben beschrieben Methode wurde auch dieses mit Epoxidharz repariert. Hier ein Bild der fertigen Headshell:


Bild



Das kleine dreieckige Stück im Bereich vor dem Elac-Signet auf dem Tonabnehmer wurde ersetzt.

Das dritte Problem, welches ich mit dem Epoxidharz lösen konnte, war ein abgebrochenes Stück am Schriftzug "Electroacustic" auf dem Plattenspielchassis. Hier ein Bild vom beschädigten Schriftzug:


Bild


Darüber liegt ein nachgefertigtes Teilstück, das ich mit der links daneben liegenden Silikon-Einfachstform hergestellt habe. Aus dem "EC" habe ich mir dann das fehlende "EL"-Stück zurechtgefeilt und angeklebt.

Hier das Ergebnis:


Bild


Zu guter Letzt habe ich mit dem grauen Epoxidharz auch noch die an CE12 und CS11 fehlenden Knebelknöpfe nachgefertigt.

Bild

Bild


Wird fortgesetzt ...

Herzliche Grüße
Gerhard


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BeitragVerfasst: 23.11.2014, 15:01 
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Allererste Sahne, Gerhard!
:respekt: :thumb:
Im neuen Jahr melde ich mich mit meinen restaurierungsbedürftigen "nicht-Atelier"-Patienten bei Dir.
(Versprechen und Drohung :wink: - nee, nur Anfrage)

Gruß, Gereon

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...meistens ist es was Mechanisches...
- wenn es nicht will, wende Gewalt an;
geht es kaputt, hätte es eh gewechselt werden müssen... :wink:


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BeitragVerfasst: 09.12.2014, 08:16 
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Hallo zusammen.
wieder ein kleiner Schritt weiter. Die Feder habe ich nach einem Tipp von Ede selber wickeln können. Dazu habe ich einen 5 mm Stahldraht als Kurbel zurechtgebogen und mit einem Kreuzschnitt zum Einhängen des Drahtes versehen:



Bild


Dann habe ich im Schraubstock mi zwei Alubacken das freie Ende eingeklemmt und gekurbelt. Mit etwas Übung bekommt man eine gleichmäßige Wicklung zustande:


Bild


Mit der Zange habe ich dan die restlichen Details gebogen:


Bild


Die Stärke des Original Federdrahtes ist 0,7 mm. Ich habe nur 0,6 und 0,8 mm Stahldraht bekommen. Mit 0,8 mm ist die Optik näher am Original (siehe oben), mit 0,6 mm ist die Federkonstante besser getroffen. Welche ich jetzt wirklich verwende, muss ich ausprobieren, wenn der Plattenspieler wieder zusammengesetzt ist.


Herzliche Grüße
Gerhard


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BeitragVerfasst: 17.12.2014, 18:35 
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Hallo zusammen,
das nächste Thema ist die Rändelmutter, die über eine abgeflachte Gewindestange die Federvorspannung einstellt. Eine M5 Rändelmutter mit den ungefähr richtigen Abmessungen (Aussendurcmesser 12 mm, sonst passt sie nicht in den Tonarm) habe ich bei Ebay gefunden und mit zwei angeklebten Unterlegscheiben auf passende Optik getrimmt. Die abgeflachte Gewindestange habe ich mir aus einer Schraube zurechtgefeilt. Das Aussehen stimmt nicht 100-prozentig, aber die Funktion wird gegeben sein:


Bild


Herzliche Grüße
Gerhard


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