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BeitragVerfasst: 01.07.2018, 14:21 
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Hallo Tunerfreunde,

Ich habe seit kurzem einen CE1000/2 auf dem Tisch, bei dem die beiden langen Kontaktschieber des Wellenschalters für KW und MW innerhalb des Schalterkorpus gebrochen sind. Dem Besitzer dieses schönen Gerätes habe ich versprochen, dass ich mein möglichstes versuchen werde, es wieder instand zu setzen.

Ein sehr hilfsbereites Mitglied unseres Forums schickte mir ein CE1000-Schlachtgerät zu, aus dem ich Ersatz für die beiden gebrochenen Kontaktschieber ausbauen könnte. Nachdem das Gerät bei mir angekommen war und ich es geöffnet hatte, stellte ich mit Enttäuschung fest, dass auch bei diesem Ersatzteilspender einer der beiden langen Kontaktschieber gebrochen und somit die Voraussetzung für eine erfolgreiche Instandsetzung des Reparaturgeräts nur zur Hälfte erfüllt war.

Nach weiteren Recherchen fand ich einen zweiten hilfsbereiten Menschen, von dem ich zwei AM HF/ZF-Platinen (eine aus einem CE1000 und eine aus einem CE1000/2) erhielt. Beim Wellenschalter auf einer Platine waren jedoch ebenfalls beide der langen Kontaktschieber abgebrochen, auf der anderen Platine glücklicherweise nur einer.

Ich habe nun schon einige CE1000 repariert, aber bisher noch keinen, bei dem der Wellenschalter einen Defekt hatte. Und nun habe ich gleich drei dieser Platinen mit gebrochenen Kontaktschiebern vor mir liegen. Es sieht daher fast so aus, als wäre das auch eine besondere Schwachstelle des Tuners, da dies jetzt schon bei einigen Geräten aufgetreten ist.

Nun, da sich aus den 6 langen Schalterelementen auf 3 Platinen ganze 2 heile Kontaktschieber ergattern ließen, war ich zunächst mal darüber glücklich, denn mehr als 2 brauchte ich ja nicht. Vor Beginn der Arbeiten muß die AM HF/ZF-Platine natürlich ausgebaut und von der FM-ZF-/Dekoderplatine getrennt sein. An den kurzen Schiebern des UKW- und LW-Schalters probte ich zunächst erfolgreich das Ein- und Ausbauen der Schieber. Nachdem vorne die Sperrklammer und die Spiralfeder entfernt wurden, ließen sich die Schieber nach hinten herausziehen. Die dabei herausgefallenen Kontaktfedern konnten beim Wiedereinsetzen des Schiebers wieder problemlos in die dort dafür vorgesehenen Nischchen eingefügt werden.

Im Anschluss an diese Probearbeiten an den kurzen Schaltern ging es nun an die beiden langen Schalter für KW und MW. Sie bestehen aus einem kurzen Schalter (6 x Um, identisch mit den UKW- und LW-Schaltern) und einem separaten, direkt dahinter eingelöteten Schalter mit 4 x Um, Beide Schalter zusammen wirken also wie ein Schalter mit insgesamt 10 Umschaltkontakten. Der lange Kontaktschieber geht in einem Stück durch beide Schalterkorpusse hindurch.
Dateianhang:
Wellenschalter01.jpg

Um den langen Schieber aus den Schaltern nach hinten herausziehen zu können, müssen das ZF-Filter hinter dem KW-Schalter wie auch die HF-Spule hinter dem MW-Schalter ausgebaut werden. Nun müsste der Weg für den Kontaktschieber frei sein. Wie bei den kurzen Schaltern für UKW und LW versuchte ich, den Schieber nach hinten herauszuziehen bzw. von vorn zu drücken. Das scheiterte jedoch an einem harten, fest definierten Anschlag, der es verhinderte, sowohl ein noch im Korpus steckendes Schieberfragment als auch - bei einem heilen Schalter - den unbeschädigten Schieber aus dem Korpus zu ziehen.

Bei genauem Hinsehen wurde der Grund erkennbar, weshalb es für ein Schieber-Bruchstück oder auch für einen kompletten Schieber nur ein begrenztes Vor und Zurück innerhalb der hintereinander angeordneten Korpusse gab, dies zwar nur für den regulären Umschaltweg. Der hintere Schalterkorpus ist nämlich gegenüber dem vorderen um 180° verdreht eingelötet, d.h. die beiden Korpusse sitzen sozusagen "back to back". Die Nut, die es dem Zapfen auf dem Schieber erlaubt hindurchzugleiten, ist im Korpus immer hinten angeordnet, vorne gibt es keine Nut, und wo keine Nut ist, gibt es für den Schieber kein Hindurchkommen. Da nun die Nut der hinteren Korpusse der KW- und MW-Wellenschalter nach vorne zeigt und es daher hinten keine gibt, ist der Schieber im Inneren der Schalterkorpusse gefangen und kann nur im Bereich seines regulären Schaltweges vor und zurück bewegt werden.

Aus der Traum! Um also die beiden langen Schieber austauschen zu können, müsste der komplette Wellenschalter, d.h. alle 4 Schalter für LW, MW, KW und UKW mitsamt ihrem Verbindungs- und Auslösegestänge ausgebaut werden. Voraussetzung dafür ist das Entlöten und Freilegen von 84 Lötverbindungen auf den Leiterbahnen der Platine. Auf der Oberseite der Wellenschalter sind ebenfalls alle der (ca. 20) dort angelöteten HF-Litzen der AM-Spulen abzulöten. Wenn das alles erledigt ist, können die beiden hinteren Schalterkorpusse der KW- und MW-Schalter nach hinten abgezogen und danach die Kontaktschieber - ebenfalls von der hinteren Seite her - ausgetauscht werden. Dann alles wieder zusammenbauen und anlöten. Das ganze müsste dreimal getan werden, Zweimal bei den Spenderplatinen und einmal bei der Empfängerplatine. Wer wünscht sich so etwas? Zumal wenn keine gute Unterdruck-Entlötstation zur Verfügung steht? Ich jedenfalls nicht.

Und da kommt mein Ansatz: Viel Hoffnung habe ich ja nicht, aber vielleicht kennt jemand von Euch doch einen Trick, um die Kontaktschieber auch ohne Ausbau der ganzen Wellenschalter-Mimik ersetzen zu können...?

Wenn alles nicht weiter hilft, gäbe es als ultima ratio die Notlösung, die AM-Wellenbereiche tot zu legen und lediglich noch UKW-Empfang zu ermöglichen. Dazu müssten aber auch zunächst einmal das ZF-Filter hinter dem KW-Schalter und die HF-Spule hinter dem MW-Schalter ausgebaut werden. Somit wären die Fragmente der Kontaktschieber von vorn und von hinten zugänglich und könnten so in die korrekten Schaltpositionen gebracht werden. Den Rest kann man durch entsprechende Drahtbrücken auf der Platine erledigen.

Es wäre aber schade darum, wenn so ein schöner und seltener Tuner derart "kastriert" werden müsste, auch wenn heute kaum jemand mehr einen AM-Sender empfangen möchte. Daher meine Anfrage nach besagtem Trick, allerdings mit einem nur sehr kleinen Hoffnungsschimmer.

Viele Grüße und danke für Eure scharfen Überlegungen

Heinrich


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BeitragVerfasst: 01.07.2018, 21:03 
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Hallo Heinrich,
vor ungefaehr einem Jahr hatte ich das gleiche Problem bei einem CE1000, die Verbindung des KW-Wellenschalters war gebrochen. Zum einen hatte ich keine Ersatzteile und zum anderen war die Gefahr bei der Reparatur mehr zu zerstoeren als es schon der Fall war, zu gross. Zu schnell ist einer der duennen Filterdraehte abgerissen. Ich habe den KW-Wellenschalter in der "Aus" - Position fixiert. Damit arbeiten zumindest noch alle anderen Wellenbereiche und der Kunde ist zufrieden. Schade das ich Dir keinen besseren Bericht geben kann.

Gruss
Wilhelm


Hier noch ein Bild des totgelegten Wellenschalters (links).


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