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 Betreff des Beitrags: Winterprojekt: Prozessor für R4/CC4
BeitragVerfasst: 18.09.2017, 17:57 
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Hallo,

da ich kürzlich einen R4 bekommen habe, bei dem der Bedienteilprozessor defekt ist, habe ich beschlossen, ein Herbst/Winterprojekt zu starten: einen Ersatzprozessor der kompatibel zum originalen ist. Im Moment habe ich eine Platine entworfen, die in etwa die Größe des 64 Pin Gehäuse des originalen Prozessors hat. Auf der Platine befindet sich ein Atmel Atmega2560 mit 256KB Flash, 8KB RAM und 4KB EEPROM. Der Prozessor hat eigentlich viel zu viel Speicher. Der Grund warum ich den verwende, ist das es ein Arduino Board damit gibt was das experimentieren recht einfach macht.

Auf die Platine habe ich noch einen RDS Decoder gequetscht, wobei der Nutzen mit 5 (bzw. 8 Zeichen wenn zweizeilig) begrenzt ist, aber so eine Senderanzeige ist nett.

Mit dem Arduino habe ich jetzt den Code implementiert um den Fernbedienungscode auszuwerten, sowie angefangen die Steuerung der Audioprozessoren zu implementieren.

Mal sehen wie lange es dauert bis der R4 mit dem Ersatzprozessor spielt. Im Moment ist erstmal warten auf die Platinen angesagt.

Als zusätzliche Verbesserungen könnte ich mir vorstellen:

- 99 Senderplätze im EEPROM (kein Goldcap mehr notwendig, und 29 Senderplätze sind bei Kabel zu wenig)
- RDS Sendernamen anzeigen
- Automatischer Suchlauf mit Abspeicherung aller gefundenen Sender
- Höhen/Tiefen/Lautstärkekorrektur pro Sender/Eingang
- Andere Fernbedienungscodes möglich, um nicht Braun RC1 verwenden können

Viele Grüße
Sven


Zuletzt geändert von sven.schnelle am 18.09.2017, 18:27, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 18.09.2017, 18:06 
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Hier noch eine Beschreibung was ich über die Audioprozessoren herausgefunden habe:

- serieller Bus wird mit ca 300Hz betrieben
- MSB wird als erstes gesendet
- CX789 bekommt ein 16 Bit Wort, CX7976 ein 11 Bit Wort

Im Anhang ein Bild der Datenübertragung. Die Daten werden bei Low Pegel am Clock Signal durch das Schieberegister geschoben, bei Low Pegel auf Strobe übernommen.

Kommandos:

CX789:

16 Bit Wort beginnt mit 01:

01II MMXP TTTT HHHH

T - TIEFEN 0x2 -0xC
H - HOEHEN 0x2 - 0xC

M - MONITOR 3 = OFF, 2 = TAPE1, 1 = TAPE2

I - INPUT 0 = CD, 1 = TV, 2 = AM/FM, 3 = PH

P = MUTE 1 = TON AN, 0 = TON AUS

16 Bit Wort beginnt mit 1, Lautstärkewort:

0x8686 wobei die beiden Bytes Lautstärke links und rechts darstellen. die 1dB Schritte werden auf die 6 addiert, die 10dB Schritte zur 8.
0x8686 ist der Minimalwert (Volume Anzeige 1), 0xffff bei Anzeige 80 (Maximale Lautstärke)

CX7976:

Loudness aus: 9F / 5F (Kommands vermutlich zweimal für L und R Kanal)
Loudness an: 91 / 51

Low Bass:

AUS: A9 69
+1: AA 6A
+2: AB 6B
+3: AC 6C
+4: AD 6D
+5: AE 6E
+6: AF 6F

Viele Grüße
Sven


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BeitragVerfasst: 19.09.2017, 20:13 
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Hallo Sven,
der Titel liest sich spannend, ebenso die Einleitungssätze.
Wenn es dann "ans [technisch] Eingemachte" geht, hast Du mich leider verloren...
(Wahrscheinlich ebenso 99% der anderen Forianer, die Dir in die Tiefen der Prozessoren nicht zu folgen vermögen.)

Könnte man statt RDS-Sendernamen auch den Titel und Interpret anzeigen lassen, quasi per Laufschrift...?

Von meiner Seite aber wünsche ich Dir auf jeden Fall viel Erfolg bei Deinem Winterprojekt!
Gruß, Gereon

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...meistens ist es was Mechanisches...
- wenn es nicht will, wende Gewalt an;
geht es kaputt, hätte es eh gewechselt werden müssen... :wink:


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BeitragVerfasst: 19.09.2017, 20:27 
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Hallo,

ja, man könnte vermutlich da auch andere Informationen per Laufschrift durchlaufen lassen. Ich persönlich würde nicht wollen das da irgendwas durchläuft, , aber die Geschmäcker sind ja verschiedenen. Wenn ich irgendwann dann bei RDS angekommen bin kann ich damit ja mal rumexperimentieren.

Bzgl. der technischen Informationen: Mir ist klar, das für die meisten das nicht interessant/verständlich ist. Ich selber habe ja auch schon seit ca 10 Jahren eine Atelier Anlage und habe mir vorher noch nie Gedanken drum gemacht. Aber für den Fall, das nur einer sowas ähnliches vorhat, ist es ja hilfreich wenn's schon mal dokumentiert ist wie die Kommunikation Audio Prozessoren <-> Prozessor funktioniert. Dokumentation habe ich von Sony leider nirgends gefunden, das war aber schon zu meinen Fernsehtechnikerzeiten so ;-)

Und das ganze hat auch noch einen anderen Grund: Ich kann die Dokumentation nicht verlieren, da sie hier im Forum noch steht :lol:
Viele Grüße
Sven


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BeitragVerfasst: 21.09.2017, 21:31 
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Ich wusste noch gar nicht, das der CC4/R4 ein Audiosignal am TV erkennen kann und sich dann selber ein/ausschaltet. Im Display steht dann "TVA" statt "TV".


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BeitragVerfasst: 29.09.2017, 17:05 
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So, die Adapterplatinen sind mittlerweile eingetroffen - fehlt noch der RDS Decoder IC. Mal sehen was im Layout dann falsch ist :mrgreen:


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BeitragVerfasst: 29.09.2017, 19:39 
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Hallo Sven,

alle Achtung, da hast du dir ja was vorgenommen. Bin gespannnt, ob du da mit einem Winter hinkommst. Der Funktionsumfang ist ja nicht ganz ohne. Ich finde es jedenfalls spannend und interessant, wie es weiter geht. Halte uns auf dem Laufenden.

Toi toi toi

Braunb@r


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BeitragVerfasst: 29.09.2017, 22:13 
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Hi braunb@r,

ja, da ich hoffe ich finde genug Zeit dafür. Heute ist alleine ein Abend für bestücken und Fehlersuche draufgegangen. War am Ende nur ein Pin das nicht richtig angelötet war am Prozessor - kostet aber halt alles Zeit. Aber das gute ist: Ich kann meinen Prozessor jetzt mit dem PC programmieren. :beerchug: Die Software schreiben dürfte wohl der größte Aufwand werden. Anbei noch ein paar Fotos des aktuellen Standes. Ich habe jetzt zwei 64 Pin Sockel genommen, um die Platine in den original Prozessorsockel stecken zu können. Ich vermute aber, das ganze wird dann zu hoch, und dann bekomm ich den Deckel vom Gehäuse nicht mehr drauf. Es gibt dafuer eigentlich spezielle Verbinder, aber da habe ich keine gefunden - Die Bauform ist mittlerweile einfach zu selten. Egal, genug der Details. :lol:

Viele Grüße
Sven


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BeitragVerfasst: 29.09.2017, 22:31 
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sven.schnelle hat geschrieben:
Ich vermute aber, das ganze wird dann zu hoch, und dann bekomm ich den Deckel vom Gehäuse nicht mehr drauf. Es gibt dafuer eigentlich spezielle Verbinder, aber da habe ich keine gefunden - Die Bauform ist mittlerweile einfach zu selten. Egal, genug der Details. :lol:

Viele Grüße
Sven

Na, da nimmst Du wahrscheinlich zwei 32adrige Flachbandkabel mit Quetsch-Verbinder/-Stecker und verlegst die eigentliche Platine mit dem neuen Prozessor aus der Box raus... :zwink: ...dann kann es auch nicht zu heiß darin werden. :roll:

Wir sind gespannt!
Gruß, Gereon

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BeitragVerfasst: 30.09.2017, 07:24 
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Moin! Tolles Projekt!

Diese Stiftleiste sollte genau passen: klick mich!
Den Programmiersockel kannst Du vielleicht in ein USB-SMD Stecker wandeln, dann sollte es auch mit der Höhe klappen.

Gruß, Uli


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BeitragVerfasst: 30.09.2017, 08:13 
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Hallo Uli,

passt leider nicht, der Prozessor hat einen Pinabstand von 1.778mm ("Shrink DIP64"). Leider heute fast ausgestorben. Solch eine Pinreihe mit 1.778mm wäre natürlichj perfekt.

Viele Grüße
Sven


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BeitragVerfasst: 30.09.2017, 08:19 
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Gibt es wohl noch in Fernost:
https://www.alibaba.com/product-detail/ ... 3527Nj9pAp


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BeitragVerfasst: 30.09.2017, 08:24 
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Paparierer hat geschrieben:
sven.schnelle hat geschrieben:
Ich vermute aber, das ganze wird dann zu hoch, und dann bekomm ich den Deckel vom Gehäuse nicht mehr drauf. Es gibt dafuer eigentlich spezielle Verbinder, aber da habe ich keine gefunden - Die Bauform ist mittlerweile einfach zu selten. Egal, genug der Details. :lol:

Na, da nimmst Du wahrscheinlich zwei 32adrige Flachbandkabel mit Quetsch-Verbinder/-Stecker und verlegst die eigentliche Platine mit dem neuen Prozessor aus der Box raus... :zwink: ...dann kann es auch nicht zu heiß darin werden. :roll:


Ach was, wir machen das wie bei den Röhrenverstärkern: Einfach einen Ausschnitt in den Deckel, und dann schaut der Prozessor oben raus! :smoke:


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BeitragVerfasst: 30.09.2017, 08:41 
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Wie wäre es denn mit einer gewinkelten Stiftleiste oben drauf? Reicht es dann von der Höhe?
Oder einer Buchsenleiste - wenn man nur zur Inspektion und Wartung oder Software-Update dran muss.
Oder hab ich da jetzt was falsch verstanden??
Gruß, Gereon

P.S. Ausschnitt im Deckel geht gar nicht - auch nicht beim Röhren-Amp. Die Aufgabe hatte ich auch schon...

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BeitragVerfasst: 30.09.2017, 08:45 
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Hallo,

der Kommentar mit dem Ausschnitt war auch nicht ernst gemeint. Den 10 poligen Steckverbinder kann ich später weglassen, den benötige ich jetzt nur initial zum programmieren. Später kann ich dann die Software im Prozessor über die Master buchse am R4/CC4 aktualisieren. Ich denke mit den Adaptersockeln aus Fernost passt das dann alles problemlos rein. Aber bis ich mir darum gedanken machen muss, vergeht sicher noch einige Zeit. Ich muss jetzt ja erstmal die ganze Software schreiben, und da ist der R4 eh offen damit man mit dem Oszilloskop rankommt.

Viele Grüße
Sven


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BeitragVerfasst: 30.09.2017, 17:14 
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So, da gehen die Probleme auch schon los :wink:

Der Original Prozessor wird mit 5.7V betrieben, ich habe das jetzt auf 5V reduziert, da der Atmel keine 5.7V mag. Mit 5V bekomme ich im Display allerdings jede Menge Fehler - siehe Foto. reduziere ich die Spannung auf 4.6V, funktioniert es. Grund für den Fehler ist, das die Datenleitungen >0.7V Low Pegel haben bei 5V Betriebsspannung. Mal sehen wie ich das umgehe - zum Glück hat Braun da ja auch etwas Probleme gehabt :D

Das Alphabet ist rückwärts, da Braun rechts unten angefangen hat zu zählen bei der Digitnummer.
Viele Grüße
Sven


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BeitragVerfasst: 01.10.2017, 08:38 
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Hallo,

Auf die Gefahr hin das es niemanden interessiert, hier die bisherige Analyse des Problems:

- Das Problem tritt nur bei Vcc am Mikrocontroller > 4.5V auf
- Bei fehlerhafter Darstellung fliesst ein sehr hoher Strom ueber die Datenleitungen zum Displaytreiber board (120mA!, normal sind wenige mA)
- Ohne Siebensegmentanzeigen (Anzeigenboard und Treiber board getrennt) tritt das Problem nicht auf, selbst mit 5.7V funktioniert der ICM7243A Treiber noch ohne Probleme
- Problem tritt zuverlaessig durch darstellen der Zahl '8' auf

Da die 8 relativ viele Segmente ansteuert, bin ich mir nicht sicher, ob es nicht ein Problem der Betriebspannung ist. Bemerkenswert finde ich, das obwohl die LEDs vermutlich mit recht hohen Stroemen angesteuert werden, es keinen einzigen Pufferkondensator auf der Displaytreiberplatine gibt. Meine Vermutung ist, das bei besonders viel angesteuerten Segmenten die Betriebsspannung zusammenbricht, und dann die Datenleitungen ueber die ESD Dioden im ICM7243A / 74116A die Betriebsspannung "puffern".

Viele Gruesse
Sven


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BeitragVerfasst: 01.10.2017, 10:44 
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Moin, doch interessiert!

Nimm doch eine neue Schieberegistertreiberplatine, dann hast Du Ruhe!

Gruß,Uli


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BeitragVerfasst: 01.10.2017, 15:36 
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Hallo Uli,

das ersetzen der kompletten Platine waere sicher eine Möglichkeit - wobei ich das natürlich des Aufwandes wegen vermeiden möchte. Mein Plan ist ja, einen Ersatzprozessor zu bauen den man ohne Umbauten am Gerät verwenden kann.

Ich habe aber gute Nachrichten: Ich habe auf der Displaytreiberplatine über jeden IC einen Kondensator mit 100n gelötet, und einmal 47uF für die gesamte Platine. Danach läuft das Display, selbst wenn der Prozessor mit 5.7V betrieben wird, was vorher ja überhaupt nicht ging. Ich hoffe das bleibt so!. :freu:

Das ist vielleicht auch ein Tip wenn man unerklärliche Fehler mit dem Display hat - ich verstehe nicht warum das bei Braun nicht schon vorgesehen wurde.

Viele Grüße
Sven


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BeitragVerfasst: 01.10.2017, 18:19 
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Hallo Sven,

kleiner Aufwand, große Wirkung. Ich verstehe auch nicht, warum BRAUN diese ICs nicht mit Kondensatoren abgepuffert hat.
Ich hatte mal vor vielen vielen Jahren, als RAM noch sehr sehr teuer war, eine Bauanleitung für eine RAM-Karte mit dynamischen RAM-Bausteinen aus einer Zeitschrift nachgebaut. Die wollte auch erst nicht richtig funktionieren. Erst als ich über jedes IC 47nF Keramisch auf die Versorgungsspannung gelötet hatte, funktionierte es dann. So ein paar keramische Kondensatoren zur hochfrequenten Pufferung sind nie verkehrt.

Gruß

Braunb@r


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BeitragVerfasst: 01.10.2017, 19:51 
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Ich muss schon sagen, dass das mal ein Thema ist, welches wirklich sehr interessant ist.
Ich habe mich früher oft mit CMOS IC rumschlagen müssen. Da habe ich auch Erfahrung mit 100nF Puffer IC gemacht. Die waren damals standardmässig in IC Sockel eingelötet.
Du wolltest ja ohne Umbau einen Ersatzprozessor bauen. Ich hätte sonst auf die Möglichkeit eines Stepdownreglers hingewiesen.
In der original Schaltung werden der Prozessor und das Display von einer Spannungsquelle betrieben. Das könnte man splitten, verringert auch gleichzeitig die Wärmeabfuhr der Gleichrichterdioden links in der Prozessorbox.


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BeitragVerfasst: 03.10.2017, 07:47 
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Hallo Friedel,

bin mir noch nicht sicher, ob ich dann noch andere Dinge modifiziere. Bei meinem CC4 den ich seit ca 10 Jahren besitze waren die thermischen Probleme nicht so gross - aber der hat ja bekannterweise auch keine Endstufe an Board, die die Prozessorbox "grillt". Wenn man Ulis Idee mit der extra Displayplatine aufgreift und mit deiner kombiniert, koennte man auch gleich eine komplett neue Prozessorbox mit LED Display bauen - mit heutigen Bauteilen würde das vermutlich alles direkt hinter die Front passen. Hat dann nur nicht mehr viel mit einem R4 gemein. :(

Mit der Software für den Ersatzcontroller bin ich schon ganz gut voran gekommen. Man kann den R4 jetzt über Fernbedienung oder lokale Tastatur einschalten, die Einschaltverzögerung für die LS funktioniert, LS ein/ausschalten geht, und das Display zeigt schon mal alle Einstellungen an. Im Moment bin ich dabei dem CX789/CX7976 einen Ton zu entlocken. Irgendwo habe ich da noch einen Fehler, im Moment hört man gar nix.


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BeitragVerfasst: 03.10.2017, 11:57 
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Je nach Baureihe kocht auch die Prozessorbox selber vor sich hin. In erster Linie sind das die Halbleiter auf dem Kühlkörper und die 4 Gleichrichterdioden links. Uli und ich hatten mal kurz vor, die Prozessorbox neu zu designen. Mir ist meine Gesundheit dazwischen gekommen und mittlerweile habe ich auch ein wenig den Biss verloren. Ich kann Dir nur sagen, aufgrund der grottenschlechten Platinen (1ser noch mehr als 2er) kommt es zu Übergangswiderständen im Layout. Das führt zu den dollsten Fehlern. Mein Tipp wäre wirklich, die leistungshungrige Längsregelungen der Versorgungsspannungen gegen modernere Step Down Regler zu tauschen. Das führt schon alleine zu einer deutlichen Temperatursenkung. (Egal, ob CC4 oder R4)


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BeitragVerfasst: 03.10.2017, 20:40 
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Hallo,

Ton kommt jetzt wieder aus dem R4 raus. Es war nur ein sehr lautes Brummen zu hoeren. Als erstes hatte ich natürlich den Verdacht, das es an der Software liegt. Habe aus einem anderen R4 einen Originalprozessor reingesteckt, mit gleichen Ergebnis. Danach hatte ich natürlich eine Riesenangst das ich einen der Audioprozessoren beim rumspielen getötet habe. Zum Glück war das nicht der Fall: Im Netzteil ist bei einem der Ladeelkos die Massefläche ausgerissen, so das die -15V zwischen den Halbwellen bis auf 0V zusammengebrochen sind. Naja, wieder angelötet, jetzt spielt der R4 auch mit meinem Mikroprozessor die ersten Töne 8).

Die Bedienung ist noch sehr hakelig, die Tastatur funktioniert nur bei jedem zweiten Mal, die Einstellungen werden noch nicht abgespeichert und so weiter. Also noch viel zu tun, aber für die paar Tage die bis jetzt da reingeflossen sind schonmal ein sehr ermutigendes Ergebnis. FM/AM Radio wird sicher nochmal sehr viel Arbeit.

Viele Grüße
Sven


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BeitragVerfasst: 03.10.2017, 22:42 
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Hallo,

habe heute Abend die Höhen/Tiefen/Loudness eingebaut. Zur Abwechslung gibt es auch mal ein Video anstatt Fotos: http://stackframe.org/R4.mov. Wie man sieht mögen die Lautstärkeregler noch nicht so recht (gedrückt halten funktioniert noch nicht, und wenn man zu schnell drückt passiert auch nichts). Es gibt noch ein paar Unterschiede bei den Displayanzeigen verglichen zum Originalprozessor, mal sehen ob die alle entdeckt werden :lol:

Viele Grüße
Sven


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BeitragVerfasst: 04.10.2017, 05:21 
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Hallo!

Leider ist das Video kaputt, kannst Du es mal bei YouTube hochladen?

Gruß, Uli


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BeitragVerfasst: 04.10.2017, 07:27 
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Das wird nicht geöffnet, sondern unter R4.mov auf den Rechner runter geladen.
Werden die Unterschiede beim Jumper R4/CC4 berücksichtigt?(LS1 - LS4 beim R4 und out1 out2 beim CC4)


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BeitragVerfasst: 04.10.2017, 08:07 
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Friedel hat geschrieben:
Das wird nicht geöffnet, sondern unter R4.mov auf den Rechner runter geladen.
Werden die Unterschiede beim Jumper R4/CC4 berücksichtigt?(LS1 - LS4 beim R4 und out1 out2 beim CC4)


Könnte vielleicht auch eine Frage des Browers bzw. dessen Einstellungen sein. Firefox 56 öffnet das Video in einem neuen Tab per einfachem Klick, ohne verherigem Runterladen.
Gruß, Stefan

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Erfolgreich reaktiviert: A2, P1 / Wartet auf neue Riemen: C1
Die Neuzugänge: CD2³, C3, T2, R4, PA4, RC1, RR1, RM5, M12, GS3, GS6


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BeitragVerfasst: 04.10.2017, 08:29 
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Bei mir funktioniert es mit Chrome und Firefox. Ich kann das sicher auf youtube packen, das wird aber erst heute Abend was.

Bzgl: R4 / CC4 Jumper:

Bis jetzt bin ich noch lange nicht soweit das ich mir darum genauer Gedanken gemacht hab. Es würde mir helfen, wenn ein paar von den erfahrenen Braun Fans die Unterschiede aufschreiben könnten.
Die Lautsprecherumschaltung kann ich noch selber rausfinden, aber:

EURO/USA/JAPAN Brücke: Ist der Unterschied nur die erlaubten Frequenzbänder bei Radio, oder auch andere Dinge?
ICM7243A/MM74C956: Ist der 74C956 Display Treiber nur in USA Geräten verbaut? Das andere Problem ist, das ich ein solches Display nicht habe.

Viele Grüße
Sven


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BeitragVerfasst: 04.10.2017, 09:00 
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Bezüglich Video dürfte Stefan recht haben, dass es an den [Sicherheits-]Einstellungen - wahrscheinlich auch denen des gerätespezifischen Virenschutzprogramms - liegt.
Bei mir gibt es jedenfalls auch unter OPERA kein Problem mit der Datei.

Gruß, Gereon

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